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USA 2012 Ostküste Reisebericht

Prolog

Die diesjährige Urlaubsreise führt uns erneut als reiner fotografischer Ausflug in die Vereinigten Staaten von Amerika.

Die ersten 10 Tage wollen wir mit 4 anderen Fotografen zusammen nördlich von Boston an der Ostküste in den sogenannten "Neuengland-Staaten" die Küste und Leuchttürme auf den Sensor bannen. Konkret sind wir die ersten 3-4 Tage im Bundesstaat Vermont wo wir den Indian Summer mit seinen herrlichen, herbstlichen Laubfarben genießen. Die folgenden Tage geht es an die Küste in den Acadia-Nationalpark im Bundesstaat Maine.

Nachdem die anderen vier am 08.10. die Heimreise antreten reisen Tina und ich weiter südlich, wieder nach Nevada. Von Las Vegas aus wollen wir erneut in die südwestlichen Nationalparks vordringen um neues zu erkunden und evtl. bekannte Orte unter besserem Licht abbilden zu können. Hauptziel ist dabei der Zion Nationalpark sowie Grand Staircase Escalante National Monument. Im Westen wenn machbar erneut Death Valley und noch im  Süden evtl. den  Joshua Tree NP.

Tag -1
Donnerstag 27.09.
Die Vorbereitungen laufen auf Höchsttouren. Der Katzenhüterplan ist abgestimmt, die zweibeinigen Dosenöffner wissen Bescheid. Die Gepäckbestimmungen machen das Packen nicht einfacher, vor allem die schweren und empfindlichen Fototeile benötigen unser ganzes Augenmerk.

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Tag 0
Freitag 28.09.
Abflug ab München mit der Lufthansa nach Boston. Beim Check in und im Flugzeug herrscht Oktoberfestwahn. Dirndl und Lederhose beim Schalterpersonal, Lebkuchenherz als Snack, Leberkas mit Ei und Bratkartoffel, dazu Obatzta als Flugzeugmenu. Die Dame neben mir zerlegt auf dem Flug den Sitz bis nur noch das Gerippe da steht, weil sie etwas verloren haat.

In Boston stehen 450 Leute an der Immigration, das dauert bis wir durch sind. Es schüttet aus Eimern, dichteste Wolken und wir müssen noch 2,5h zum Hotel fahren. Dort kommen wir um 23:30 an, d.h. für uns ist es jetzt mittlerweile 5:30 Uhr morgens (nach europäischer Zeit). Ein langer Tag.

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Tag 1
Samstag, 29.09.
Um 8:00 Uhr treffen wir die anderen Fotografen zum ersten Mal. Das Wetter ist schlecht, nichts mit "Indian Summer". Dichteste Wolken, Nebel, Regen. Wetterprognose heute 0 h Sonnenschein, morgen 0,2 h Stunden Sonnenschein (das wären also 12min für den ganzen Tag). Also fotografieren wir Wasserfälle, da ist das Wetter wurscht. Bis zu den Oberschenkeln im eiskalten Wasser vergeht der heutige Tag mit nassen Bildern.
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Tag 2
Sonntag 30.09.
Auch heute Wasserfälle und Schluchten, da das Wetter einfach sehr schlecht ist.
Lower Huntington Gorge ist das Ziel. Nicht ganz einfach zu finden, etwas im Wald bei einer Nebenstrasse versteckt. Sieht alles ein wenig aus wie die Miniaturausgabe der Verzasca in der Schweiz. Das Wetter ist bescheiden, nebelig, wolkenverhangen und regnerisch. Da ist wenig zu holen. Auf Wasser habe ich heute keine Lust, also bleibe ich im Wald zum Fotografieren und lasse die anderen sich beim Rudelknipsen am Ufer austoben. Die Ausbeute ist mager.
Gegend Abend bei der Fahrt zum Motel kommt so etwa ein bis zwei Minuten die Sonne und zeigt uns wie schön Herbstlaub sein könnte, dann regent es wieder. Und morgen ist Abfahrt aus dem bunten Laub, Richtung Küste. Das war es mit "Indian Summer" in Vermont.
In Woodstock (nein,  nicht das berühmte mit dem Festival) ergattern wir doch noch eine "covered bridge" zum Ablichten. Um 20:00Uhr dann endlich das erste Essen heute, manche von uns hatten noch nicht einmal am Morgen gefrühstückt.
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Tag 3
Montag 01.10.
4:00 Uhr, der Wecker haut uns raus. Abfahrt in den Bundesstaat Maine, an die Küste. Etwa 650km und 7,5h Fahrt liegen vor uns. Am Nachmittag wollenwir dort schon wieder fotografieren. Der Dauerregen bleibt an uns haften bis kurz vor der Küste. Angekommen checken wir im Hotel schnell ein und sofort weiter an einen Küstenabschnitt zum Fotografieren. Bis um 21:00 Uhr sind wir am arbeiten, dann zurück. Doch alle Lokale sind bereits geschlossen. Wir müssen 30km fahren bis wir etwas bekommen, dann wieder zurück. Somit hat dieser Tag nun erst um 1:30 morgens nach fast 24h auf den Beinen noch kein Ende.
Ich muß jetzt erst noch die Salzreste von der Kamera, den Objektiven und den Filtern reinigen. 

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Wer genau hinsieht, wird beim letzten Bild drei Fotografen im Meer sehen. Durch den Mondschein warfen wir solche Schatten.

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Tag 4
Dienstag 02.10.
Den Tag über geht es über den Acadia Nationalpark, etwas Landschaft scouten. Wir finden ein paar nette Stellen.
Wenn wir unsere Stative irgendwo aufstellen, kommen lustigerweise immer ganze Scharen Touristen und andere Fotografen, auch wenn vorher gar keiner dort war.
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Denn wo gleich sechs sind, kann es nur eine tolle Lokalität zum Fotografieren geben.
Ausserdem haben wir vor Hummer zu essen. Die gibt es hier lebend und frisch an jeder Imbissbude. Überall stehen holzbefeuerte große Töpfe mit kochendem Wasser und warten darauf einem Hummer als letztes Badewasser zu dienen. Ein Pfund fangfrischer Hummer kostet als Lebensmittel hier 3,80 Dollar, also etwa 3 Euro. Zubereitet mit Beilagen natürlich etwas mehr, aber was sind schon 15 Euro für ein komplettes Hummergericht?
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Gestärkt genießen wir noch die Landschaft, versuchen uns fotografisch am abendlichen Marschland und verschwinden um 21:30 Uhr im Bett, da es morgen sehr, sehr früh nach nur 4,5h Nachtschlaf los geht.

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Tag 5
Mittwoch 03.10.
Um 2:00 Uhr ist Aufstehen angesagt. Die ganze Truppe schleicht sich aus dem Motel zu den Autos und dann geht die Fahrt aus dem Acadia-Nationalpark hinaus Richtung Süden zum Marshall Point Leuchtturm. USA 2012-10-03 555Etwa 107 Meilen, die schaffen wir in 2:40 Stunden. Unterwegs suchen wir in einer Tankstelle des Nachts noch nach einem Wachmacher in Form von Kaffee (also diese heiße Brühe, welche sie hier so nennen). Ich nehme den großen Becher mit 24oz, das sind dann 0,75 Liter Kaffee mit Haselnußgeschmack. Eine geschmackliche Erfahrung! Als wir ankommen, schlafe ich erst einmal für 15 min hinter dem Steuer um dann fotografieren gehen zu können. Leider ist der Sonnenaufgang ab der nautischen Dämmerung um 5:40 Uhr nur ein dimmen und hellerwerden, aber farblos. Schade, da wäre noch mehr gegangen. Gegen 8:30 Uhr brechen wir ab, der Tag ist da und die Mücken haben uns restlos leergesaugt. Das sind Moskitos so groß wie Kolibris. Zwei von den anderen sehen aus wie Streuselkuchen.

In einem Cafe frühstücken wir herzhaft nach amerikanischer Manier:Tina und ich je eine Protion mit 3 gebratenen Surfleisch-Beinscheiben, Bratkartoffeln, Toast und Ei aus der Pfanne, dazu Kaffee bis zum Abwinken.
Weiter unterwegs noch einkaufen für die Anbendversorgung, denn ab 16:30 Uhr besetzen wir dann schon die unter Fotografen begehrtesten Plätze auf den Klippen am Leuchtturm Bas Harbor für den Sonnenuntergang. Gestern war hier die Hölle los, kein Fleckchen mehr frei für unser "Schußfeld".
Um 18:07 Uhr ging die Sonne zwar wahrscheinlich unter, unbemerkt von uns unter der dicken Wolkendeckenschicht heute.
Überhaupt hat das Wetter den ganzen Urlaub noch nicht mitgespielt.
Für ein ansprechendes Foto hat es gereicht. Aber erst sehr viel später in der Dämmerung. Dafür gab es Ärger mit den Nationalparkrangern und der Coastguard (Die Küstenwache stellt den Leuchturmwärter) weil der Aufenthalt auf dem Regierungsgelände nur bis Sonnenuntergang erlaubt ist. Die Autonummern wurden aufgeschrieben, mal sehen was das noch für Konsequenzen haben wird.

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Tag 6
Donnerstag 04.10.
Es geht der Küste entlang südlich. Dabei wird auch ein wenig fotografiert. Ein nettes Haus mit Garten fiel uns in einer Nebenstrecke auf.

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Dann der Leuchtturm Pemaquit, der auch eine vielbesuchte Attraktion darstellt.

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Neben den kräftigen Wellen macht uns erneut der Regen zu schaffen. Bei Sonnenschein wäre alles einfacher. So versuche ih mit Langzeitbelichtungen von über 2 min am hellichten Tage etwas zu gestalten. Aber auch eine Gischt einzufangen und festzuhalten ist gelungen. Allerdings war es mehr als einmal knapp, vom Meer auch noch geduscht zu werden.

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Tag 7
Freitag 05.10.
Auch heute klingelt der Wecker sehr früh. Um 4:00 Uhr verlassen wir das Hotel um 35 Meilen nördlich eine Seebrücke bei Dämmerung zu fotografieren. Irgendwie verpasse ich es, Kaffee zu besorgen und so gibt es bis zum Frühstück am späten Vormittag dann keinen Muntermacher. Davon brauche ich hier drei große Becher täglich um einigermassen zu einer Reaktion fähig zu sein. Die Seebrücke am Old Orchard Beach liegt im dichten Küstennebel, als wir gegen 5:00 Uhr dort ankommen. Trotzdem fotografieren wir 3,5 Stunden lang, mit von den Wellen nassen Hosen und teilweise ewig lange im kalten Antlantik stehend.

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Nach dem Frühstück wird der Leuchtturm am Cape Neddick von uns vorgenommen. Mittlerweile scheint sogar einmal die Sonne hier und die Stimmung steigt. Bis 16:30 Uhr. Ich weiß nicht woher, aber zwischen zwei Bilder (laut Kamera Daten etwa 3-5 Minuten auseinander) ist der Leuchtturm wegen Küstennebel fast nicht mehr zu sehen. Vom blauen Himmel bis zum "ich sehe nichts mehr", ohne Ankündigung. Selbst die amerikanischen Touristen waren völlig baff.
Hier in Maine, so wurde mir gesagt, bekommt man auf die Frage nach dem Wetter als Antwort: "Frag' in einer Minute noch einmal." So schnell wechselt das Wetter angeblich.

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Abends soll das Lighthouse in Portsland dran sein. Somit wieder 40 Meilen nordwärts auf dem Highway. Dort angekommen ist immer noch dichter Nebel. Nichts zu holen, außer man wird angeleitet wie man gute Fotos bei schlechtem Wetter macht.

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Tag 8
Samstag 06.10.
Um 5:00 Uhr morgens checken wir den Sternenhimmel aus dem Motelfenster. Das Wetter passt wieder, somit auf zum Cape Neddick Lighthouse um Morgenlichtaufnahmen zu bekommen.
2 Stunden später ist das erledigt, das Licht ist schon zu grell geworden und wir können ausgiebig frühstücken gehen.

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Eine längere Fahrt bis südlich von Boston, dem Cap Cod steht uns bevor. Vier Stunden später sind wir auf dieser Landzunge, welche mit ihren Dünen etwas nordfriesisches an sich hat. Die Abendfotografiererei soll am Cap Cod Leuchtturm sein. Bis dahin sind es erst einmal zwei Meilen Fußmarsch durch sehr tiefen und schwer zu gehenden Dünensand. Obwohl wir Fahrspuren von Offroadfahrzeugen der Parkranger als Weg nutzen, ist es eine ziemliche Anstrengung mit dem Fotorucksack auf dem Rücken und dem Stativ in der Hand.
Nach den Fotos müssen wir die Strecke zurück, jetzt ist es jedoch stockdunkle Nacht. Zu allem Übel fängt es heftig zu regnen an. Wir werden von Wind und Regen regelrecht von hinten geduscht.

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Tag 9
Sonntag 07.10.
Entspanntes Fotografieren von sogenanntem "Beifang" ist heute angesagt. Am Vormittag in Orleans im Hafen. Mit den Ausflugsbooten, den Hummerkästen und der Tankstelle am Pier ein Quell von Motiven. Dabei einen Lobster-Roll verdrückt (also viel Hummerfleisch im Brötchen mit Beilagen), die Atmosphäre eingesaugt, den Tag in ganzen Zügen genossen und die Impressionen einwirken lassen.

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Später sind wir noch nach Provincetown um Eindrücke zu sammeln. Hier leben anscheinend nur Künstler und Liebhaber gleichgeschlechtlicher Beziehungen. Ein Anwohner am Capt'n Jacks Wharf meinte zu mir: "We enjoy the more bohemian life style, not the urban one". Freundlicherweise bot er mir sogar einen Regenschirm zum über die Kamera halten an.

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Zum Ausklang der Fotoreise gab es in einem BBQ unterwegs dann feine Spareribs aus dem Smoker, also "slow cooked food", so perfekt gegart, dass das Fleisch alleine durch die Schwerkraft schon von den Knochen fällt. Dazu Süßkartoffel-Pommes. Ein Traum.

Wir verabschieden uns vom Rest der Fotografenmannschaft, die in den zehn Tagen von Internetbekanntschaften zu Freunden wurden.

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Tag10
Montag 08.10.
Wir stehen extra früh morgens auf, um uns von den anderen die zeitig zum Flughafen müssen, zu verabschieden. Unserer Rückreise nach Boston ist etwas später, so können wir noch einen Abstecher übers Land machen.

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Weiter mit der Fortsetzung unserer Reise in  USA 2012 Westen Reisebericht

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