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Gedanken zu Fotoliteratur

Um sich Inspiration zu holen, ist neben dem Sichten von Bildern und Fotoforen im Internet auch die Lektüre von Magazinen eine Bereicherung. Bisher habe ich ein paar gelesen, die in Bezug zu meinem Genre Landschaft und Unterwasserfotografie stehen.
Leider ist es nun in meinen Augen so, dass die deutsche Zeitschriftenlandschaft kaum gute Druckmedien, die mich beeindrucken könnten, parat hält.

Die Allerwelts-Fotomagazine wie Colorfoto (in manchen Kreisen auch "Klofoto" genannt) sind im wesentlichen versteckte Werbebeiträge, finanziert von den jeweiligen Produktanbietern im Kamera-, Objektiv und Zubehörsektor. Ich bekomme dieses Blatt unregelmäßig aus der Bücherei-Leihgabe. Die Lesezeit beträgt im statistischen Mittel bei mir 10 min für das gesamte Heft.

Sehr interessiert hat mich Anfangs die nikonspezifische Zeitung "N-Photo" der Chip-Communication Firmengruppe als Herausgeber. Es hat sich herausgestellt, dass diese für Anfänger und solche die sich mit den Spezifikationen und Möglichkeiten ihrer Kamera mehr auseinander setzen wollen, eine gute und solide Machart hat. Für Fortgeschrittene bleibt es eher bei Wiederholung von bereits bekanntem.
Wie gesagt, ich suche ja weitestgehend Inspiration in Fachbereichen. Über Ausgabe #1 kam ich nicht hinaus.

Es gab, einige Jahrzehnte her, die UWF. Das war das(!) Magazin für Unterwasserfotografie. Ein Spitzenblatt, viel Information, nur erstklassige Bilder renommierter Könner. Dass sich so ein Konzept, trotz höherem Preis, nicht auf Dauer halten kann war klar. Es wurde eingestampft und das vlt. bekannte, aufs tauchende Anfänger-Breitenspektrum abzielende, mittlerweile schlecht recherchierende "Unterwasser"-Magazin daraus. Eine Sammlung gesponsorter Reiseberichte in teure Resorts und Hervorhebung der Tauchartikelhersteller. R.I.P UWF, so etwas wird's nicht mehr geben.

Die "Naturfoto" des Tecklenborg Verlages ist ein gutes Beispiel, wie in einer Nische trotzdem überlebt werden kann. Gute Beiträge, auch Newcomer kommen da immer mal wieder zu Beiträgen. Die Tierfotografen haben damit sicher eine empfehlenswerte Zeitschrift.

Sehr informativ im Bereich der Bildbearbeitung, insbesondere mit Adobe Lightroom (LR) und Photoshop (PS) finde ich noch DOCMA. Nicht günstig, aber jede Seite geballte Information.

Wirklich Gefallen finde ich an Zeitschriften aus dem englischsprachigen Bereich. Manche sind zwar auch sehr Anzeigenlastig, aber die Hauptfinanzierung muss schliesslich sein. Allerdings wird es in meinen Augen subtiler durchgeführt oder es fällt wegen der Sprachbarriere nicht so auf.
Da wäre "Outdoor Photographer" (www.outdoorphotographer.com) aus USA. Auch aus Deutschland gut als Abo zu buchen. Viele gute Bilder mit Beschreibung der Entstehung. Viele Amateur und Semiprofibilder, man hat den Eindruck von Landschaftsfotografen für Landschaftsfotografen. Preislich trotz der Übersee-Versandkosten ein Schnäppchen. Das gedruckte Heft kostet im Jahresabo samt Versand 30$ für 11 Ausgaben. Digital als eBook oder als App noch deutlich billiger, ca. 17 € werden pro Jahr fällig. Das funktionierende automatisches Abo Ende ist Segen und Fluch. Denn man muss zwingend ein neues Abo abschließen, es ist nicht einfach zu verlängern.

Als reines Onlinemagazine kommt aus England das "Landscape Photography Magazine" (www.landscapephotographymagazine.com). Ebenfalls sehr inspirierende Beiträge und Fotos, speziell für Landschaftsfotografen. Als PDF abgespeichert kann man das Magazin systemunabhängig auf PC, Tablet, eReader etc. lesen.

Sowohl gedruckt und elektronisch wird ebenfalls aus England kommend das "Outdoor Photography Magazine" (www.outdoorphotographymagazine.co.uk) vertrieben. Dieses ist derzeit mein Top-Favorit. Es ist ein wenig insellastig, wer sich auf einen Fotourlaub in Großbritannien vorbereitet findet darin wahre Goldstücke. Die Bilder sind erstklassig, nicht immer schreiend wie im amerikanischen Pendant, sondern oft subtil, dem englischen Wetter angepasst. Natürlich kommen Fotografen aus der ganzen Welt dort zum Zug, dennoch liegt der Schwerpunkt auf britischen Lichtfängern. Von dem Heft bin ich zugegebenermaßen begeistert. Man kann es als Zwei-Jahresabo buchen, die Post liefert frei Haus.

Zusammengefasst bin ich für den Bereich Unterwasserfotografie mit gedruckten Ausgabe bisher nirgends zufriedenstellend fündig geworden. Bei der Landschaftsfotografie fand ich ausschließlich in englischsprachiger Literatur ansprechende Hefte. Dem französischen, englischen oder spanischen bin ich nicht mächtig, kann daher kein Urteil abgeben, ob es vergleichbares dort gibt.

Abschliessend noch warum überhaupt ein Printmedium und nicht als virtuelle Daten in Form von PDF etc.? Ich mag die Haptik eines Magazines, die gedruckten Bilder. Am Bildschirm sehen alle Bilder leuchtend schön aus. Im Druck müssen sich neben Fotografen und Setzer auch der Drucker Mühe geben ein ansprechendes und beeindruckendes Bild abzugeben.

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