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Extreme Objektivunterschiede

Letztes Jahr versuchte ich im Death Valley / USA Nachtaufnahmen in den Bad Water Salzpfannen zu machen. Die Versuche waren nett, mehr auch nicht. Vor allem legte sich an einer Stelle ein roter Schleier über die Fotos. Da hohe Umgebungstemperaturen (hier 38°C des Nachts) das sog. “Sensorglühen” begünstigen, also Signalaufzeichnung und -verfälschung durch den im elektr. Betrieb beim fotografieren erwärmten Sensor, schob ich es erst einmal darauf. Bei Nachtaufnahmen in der kühlen Bergluft der Schweiz jedoch das selbe Bild. O.k. dachte ich, da hast Du den Sensor damals in USA so geschädigt, daß er nur noch Schrott produziert bei diesen extremen Belichtungssituationen.

Um für die nächste Fotoreise gewappnet zu sein kaufte ich also eine neue Kamera, natürlich mit den derzeit besten Testwerten bzgl. Rauschen und Glühen. Nach den ersten Testaufnahmen fiel ich fast vom Stuhl und schlief die nächste Nacht kaum. Was war passiert?  – Genau der selbe Effekt wieder auf den Bildern, die neue Kamera umsonst gekauft?

Jetzt mußte eine Versuchsreihe her. Verschiedene Kameras, verschiedene Objektive mit fast identischen Einstellungen. 1000%er Ausschluß jeglichen Umgebungslichtes. Kamera fernausgelöst. Ergebnis war dann, daß immer mit meinem Lieblingsobjektiv der Effekt auftrat. Rotes Leuchten das aus dem inneren der Kombination Kamera/Objektiv kam, da von aussen definitiv kein Licht kommen konnte. Es trat jedoch nie bei anderen Objektiven auf, der Fehler wanderte aber mit dem “Lieblingsobjektiv” weiter auf die anderen Kameras mit. Es konnte nur am Objektiv liegen. Ein Fukushima-Objektiv das selber leuchtet?

Hier die Bilder mit dem Leuchten nur aus der Kombination, kein Fremdlicht dabei:

16mm beim Zoom Objektiv (Objektiv #1                          35mm beim Zoom Objektiv (Objektiv #1)

blog01  D040474 blog01 DSC 0872

Beispielbilder aus der Praxis mit zwei verschiedenen Objektiven, gleiche Kamera.

16mm beim Zoom Objektiv (Objektiv #1)                          16mm mit Festbrennweite (Objektiv #2)

blog01 donau 2012-09-07 001 blog01  D040497

Nach Internetrecherche, Forumsdiskussionen und Nikon Support nun die wahrscheinlichste aller Erklärungen (ein erfahrener Astro-Fotograf wies mir dann den Weg):
Die Vergütung und Konstruktion der Hinterlinse dieses Objektivtyps reflektiert die Infrarotstrahlung, also die reine Wärmestrahlung der Verlustleistungen der betriebenen elektronischen Komponenten und des Sensors im inneren der Kamera. Und das so unglücklich, daß es der empfindliche Sensor als Bildsignal aufzeichnet.
Daß diese Theorie sehr wahrscheinlich ist, bestätigt die Veränderung der Lichteffekte durch veränderte Zoomeinstellungen des Objektives.
Also bei Weitwinkel (16mm) anders verteilt im Bild wie bei Normalstellung (35mm).

Das ganze selbstverständlich wiederholt reproduzierbar im Versuch. Die Astro-Fotografen wussten das schon und meiden dieses Objektiv daher für ihre Stern- und Nachthimmelaufnahmen.

Resultat: Ein neues, anders konstruiertes, Weitwinkelzoom muss als Ersatz beschafft werden. Dann ist auch der Effekt weg. (Mittlerweile bewiesen). Über die neue Kamera freue ich mich trotzdem, die “alte” darf jetzt Backup sein bis ich sie verkaufe.


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